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wir4kultur | Kultursommer 2021

Zwischen lausigen Jahren (1) | Rupert Seidl Events

2021/12/26
2021/12/26
Passed Event

  • "Henriette", Schlossplatz, Kastell 9, 47441 Moers
  • 26. Dezember 2021 | 14:30 Uhr

 

Rupert Seidl

Zwischen lausigen Jahren


Zwischen lausigen Jahren

Als kleines Vademekum in Coronazeiten liest Rupert Seidl, Schauspieler an Roberto Ciullis Theater an der Ruhr und ehemaliger Intendant des Schloßtheaters Moers, mit besten Wünschen für einen dennoch glücklichen Jahreswechsel in vier Folgen aus seiner persönlichen Lyrischen Hausapotheke. Natürlich coronagerecht im Freien und bei garantiert lausigem Wetter!

Sonntag, 26. Dezember 2021 | 14:30 Uhr (ca.30min)
Eugen Roth | "Henriette", Schlossplatz, Kastell 9, 47441 Moers

„Ein Mensch, der…“ Wann haben wir zum letzten Mal Eugen Roth gelesen?

„Ein Mensch“, „Mensch und Unmensch“, „Der letzten Mensch“ - Eugen Roths (1895 - 1976) Gedichte formen einen fast unendlichen Ozean einer heiteren, ironischen und oftmals sarkastischen menschlichen, allzu menschlichen Komödie. Jeder von uns wird sich lachend oder peinvoll in einem seiner zahl- und namenlosen Menschen wieder entdecken und von Herzen über sich selbst lachen können.


WEITERE TERMINE:

Sonntag, 26. Dezember 2021 | 17:00 Uhr
Karl Valentin | Am Schirrhof - Friedrich-Heinrich-Allee 79, 47475 Kamp-Lintfort

„Ich freue mich wenn es regnet, denn wenn ich mich nicht freue, regnet es auch.“ Karl Valentin bei schlechtem Wetter

Karl Valentin, Musiker, Komiker, Filmemacher, Schriftsteller, Konzeptkünstler und Chronist seiner Heimatstadt München, ist eine einmalige Erscheinung in der Geschichte der deutschen Komik. Sein Humor ist die Lust an der Verrückung der Sprache, radikales Entlarven der scheinbaren Logik des Alltags als Unsinn - mit Hilfe der äußersten Logik. Er führt Welt und ich komplett ad absurdum. Seine Liveauftritte mit der kongenialen Partnerin Liesl Karlstadt inspirierten Samuel Beckett, Bertold Brecht lernte von ihm, Kurt Tucholsky nannte ihn den „Linksdenker“ und Alfred Kerr schrieb über ihn: „Alle lachen. Manche schreien. Woraus besteht er? Aus drei Dingen: aus Körperspaß, aus geistigem Spaß und aus glanzvoller Geistlosigkeit. Der Komiker Valentin ist ein bayrischer Nestroy.“ Bis hin zu Christoph Schlingensief und Helge Schneider bleibt er eine Inspiration für die heutigen Meister der Satire. Viele der Älteren unter uns werden sich zumindest seiner Kurzfilme erinnern. Für alle Münchner ist seine Komik noch immer eine Herzensangelegenheit. Und sein böser Witz bannt garantiert alle Coronagespenster. Mit Adriana Kocijan

Mittwoch, 29. Dezember 2021 | 16:00 Uhr
Robert Gernhardt | Eingang der Biobäckerei Schomaker - Weserstraße 11, 47506 Neukirchen-Vluyn

„Dich will ich loben, Hässliches / Du hast so was Verläßliches!“ Robert Gernhard oder das Gelächter über einfach alles.

Robert Gernhard (1937 - 2006) war ausgebildeter Schauspieler, bildender Künstler, Journalist und Dichter. Mit F. W. Bernstein, F. K. Waechter, Chlodwig Poth, Eckard Henscheid und unter anderem Hans Traxler war er Mitbegründer der „Neuen Frankfurter Schule“, deren Humor manchem die Türen zu einem ganz besonderen Aufklärungsprozess öffnete. Aber was hat er eigentlich genau getan? Gedichtet? Gezeichnet? Die überkommenen spießigen Traditionen bürgerlichen Lyrikverständnisses mit der souveränen Beherrschung aller klassischen Reim- und Dichtungsformen als blühenden Unsinn entlarvt? War er der empfindsame Lyriker heutigen inneren Erlebens? Der Erfinder des Lachens über sich selbst, das ihn bis in Alter, Krankheit und Tod begleitete? Gab er der verlogenen Political Correctness noch einen gut gezielten Tritt in den Hintern für die Zukunft nach ihm auf die Reise mit? War er ganz einfach der Meister des voraussetzungslosen Gelächters? Scherz, Satire? Ironie und tiefere Bedeutung? Alles von diesem oder etwas ganz anderes? Entdecken sie mit uns einen lyrischen Kontinent!

Mittwoch, 29. Dezember 2021 | 19:30 Uhr
Gottfried Benn | Am Spanischen Vallan, Vallanstraße, 47495 Rheinberg

„Meinen Sie etwa, Zürich sei eine tiefere Stadt?“ Gottfried Benn als Trost in allen Widrigkeiten

Heute scheint es, als sei nur der Name Gottfried Benn (1886 - 1956) im Kanon heutiger bürgerlicher Bildung erhalten. Wir verbinden Schwarzes, Makabres, Todessüchtiges und Zynisches mit seinem Namen und lesen ihn nur noch, wenn uns etwa die Deutschlehrer dazu zwingen. In der Regel bleibt es bei drei Gedichten. Höchste Zeit, ihn wiederzuentdecken! Er kann unsere Vorurteile aufs Schönste Lügen strafen, unsere Herzen beim Wort nehmen und uns an uns selbst erinnern, die wir, nach Ödön von Hórvarth, ja eigentlich ganz anders sind, und nur so selten dazu kommen… Viele seiner Gedichte können uns ans Herz wachsen und ein Leben lang begleiten. Sie sprechen uns zu, nehmen uns Last ab und führen uns zu einem Lächeln der Erkenntnis. Sie bringen uns von jedem törichten Verdrängungsoptimismus zu einem liebenden Akzeptieren dessen, was nun einmal - leider! -das Reale bleibt.